Ist bio = vegan?

Zunächst einmal sei gesagt, dass es bisher keine einheitliche Gesetzesgrundlage für vegane Weine gab bzw. gibt. Richtig ist, dass die Kellerrichtlinien im Bioweinbau Hilfsstoffe zur Schönung von Weinen zulässt, die tierischen Ursprungs sein können. Grundsätzlich versuchen wir jegliche Schönung zu vermeiden, wobei der Faktor Zeit hier eine wesentliche Rolle spielt. Beispielsweise ist es gängige Praxis, überschüssiges, pflanzeneigenes Eiweiß im Most oder Wein durch die Zugabe von Bentonit (Mineralerde) auszufällen und auf der anderen Seite Fest- bzw. Trubstoffe durch Zugabe von Gelatine wieder zu binden. Das heißt, lässt man dem Wein genügend Zeit zu reifen und sich im Fass zu stabilisieren, ist weder die eine noch die andere Schönung notwendig. Der einfache, biologische Ausweg heißt also „nichts tun und warten” – und genau so machen wir es! Somit können wir sagen, dass unsere Weine vegan sind. Die Aussage eines Kollegen „vegane Weine schmecken einfach klarer, purer und rebsortentypischer“ lässt sich also wohl eher damit begründen, dass generell auf bestimmte Schönungen verzichtet wird – ob nun mit Hausenblase, Gelatine oder Mineralerde.

2019 entstand nun die Kooperation zwischen Ecovin und ProVeg Deutschland. Das heißt, es gibt für uns nun endlich die Möglichkeit einer qualivizierten Zertifizierung für vegane Weine. Wer uns kennt, weiß, dass wir etwas entweder ganz oder gar nicht machen! Deshalb haben wir uns auch dieser Zertifizierung gestellt und sind ab dem Jahrgang 2019 mit dem V-Label zertifiziert.